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„Genau so gut wie andere“

In Offenbach wird Hauptschülern eine besondere Chance für das Berufsleben gegeben. IHK und weitere Organisationen kümmern sich speziell um diese Schüler.

OffenbachEinen Ausbildungsplatz finden oder erst einmal zu wissen, was der Traumberuf ist – das ist für viele Schüler nicht so einfach. Besonders nicht für Hauptschüler, die früher als andere Schüler von der Schule abgehen. Damit sie nicht in der Berufswelt untergehen und gute Chancen haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, gibt es in Offenbach zum einen den Beratungstag „Fit für die Bewerbung“ bei der Industrie- und Handelskammer (IHK). 40 Jugendliche aus vier Offenbacher Schulen bekamen dort gestern wieder Tipps rund um die Bewerbung.

Der Beratungstag wurde bereits im zehnten Jahr von der IHK, dem Patenschaftsmodell Offenbach, (PMO), den Offenbacher Wirtschaftsjunioren und der Deutschen Bank veranstaltet. Das Patenschaftsmodell ist eine Art Tandem zwischen Berufstätigen oder Rentnern mit wirtschaftlichen Hintergrund und Hauptschülern aus Offenbacher Schulen. In den achten Klassen lernen sie sich kennen – die potenziellen Paten kommen an die Schulen – und von da an treffen sie sich regelmäßig, lernen gemeinsam, und die Paten kümmern sich um ihre Schützlinge, damit diese gut ins Berufsleben starten.

Eine ehemalige Schülerin ist Afia Waraich. Sie erklärte: „Ich dachte, ich könnte gar keine Ausbildung machen mit meinem Abschluss. Dann habe ich über das Programm Nachhilfe bekommen und habe gemerkt, dass ich genau so gut bin wie andere Jugendliche.“ Heute ist sie Zahnmedizinische Fachangestellte, macht ihren Realschulabschluss und möchte sogar ihr Abitur schaffen.

Wege zur Ausbildung

Simulierte Praxis: Bei der IHK trainiert man seit zehn Jahren Bewerbungsgespräche.

Das Bewerbungstraining bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) gehört zu einer Reihe von Projekten, die Jugendlichen den Weg in den Beruf ebnen sollen.

Wer Afia Waraich heute ansieht, würde nicht so schnell auf die Idee kommen, dass die junge zahnmedizinische Fachangestellte vor noch gar nicht allzu langer Zeit mit massiven Selbstzweifeln kämpfte. „Ich dachte schon, ich könnte gar keinen Beruf ausüben“, sagt sie. Heute will die 17-Jährige ihren Realschulabschluss nachholen, vielleicht sogar das Abitur machen. Den Anstoß gaben ihr Projekte von Stadt, lokaler Wirtschaft und Industrie- und Handelskammer in Offenbach.

An die 50 Jugendliche drängen an diesem Dienstagmorgen in einen Saal am Rande des holzvertäfelten Foyers der Offenbacher IHK. Sie alle wollen sich fit machen lassen für künftige Bewerbungsverfahren. „Die Jugendlichen haben hier die Möglichkeit, die simulierte Praxis eines Bewerbungsvorgangs zu durchlaufen“, betont Friedrich Rixecker, Geschäftsführer der IHK.

Seit zehn Jahren bietet die IHK diese Art des Bewerbungstrainings an. 476 Schüler haben in dieser Zeit dieses Angebot genutzt. Vier Offenbacher Schulen beteiligen sich am Bewerbungstraining: Mathildenschule, Bachschule. Geschwister-Scholl- und Ernst-Reuter-Schule. Auch Afia Waraich hat seinerzeit an „Fit für die Bewerbung“ teilgenommen.

Der Trainingstag in den Räumen der IHK ist allerdings nur ein Baustein in einer Reihe von Maßnahmen, mit denen Offenbacher Stadtpolitik und Wirtschaft versuchen, jenen in den Beruf zu helfen, die sonst auf dem Ausbildungsmarkt eher schlechte Chancen haben. Es geht in erster Linie um Hauptschüler.

Im Falle von Afia Waraich war es vor allem das Patenschaftsmodell Offenbach, das ihr den Weg in die Ausbildung geebnet hat. Das Konzept des unter anderem von der Deutschen Bank mitgeförderten Projekts basiert darauf, dass berufstätige Erwachsene eine Art Patenschaft für Jugendliche übernehmen und ihnen bei Berufswahl und Ausbildung zur Seite stehen.

Bei Afia Waraich übernahm Ulrike Leo, Mitarbeiterin der Deutschen Bank, diesen Part, half bei der Suche nach Praktika, in denen Waraich schließlich auch ihren jetzigen Beruf kennenlernen konnte.

Aus Sicht des ehrenamtlichen Offenbacher Stadtrats Wilfried Jungbluth sind das Patenschaftsmodell sowie die anderen Angebote für Abgangsjahrgänge schon seit langem ein „Erfolgsmodell geworden“. Eines das seiner Meinung nach auch in Zukunft unbedingt von der Stadtpolitik gefördert werden soll. An die 40 000 Euro wirbt das Patenschafts-Team pro Jahr an Drittmitteln ein.

Knapp zehn Prozent der Gesamtkosten trägt die Stadt. Eine freiwillige Leistung, die schnell zur Disposition gestellt werden könnte, wenn es darum geht, die Vorgaben des kommunalen Rettungsschirms zu erfüllen. „Der Schutzschirm schützt leider nicht vor Attacken auf Dinge, die wichtig sind“; sagt Jungbluth.

Geht es nach ihm und der IHK, würden die Förderprojekte weiter ausgebaut. Schon aus ganz pragmatischen Gründen. „Bereits 2020 rechnet man allein in unserer Region mit 9000 fehlenden Fachkräften“, betont Friedrich Rixecker.

Beschäftigungsinitiative, Unternehmen und Schule bündeln Kräfte im Aktionstag „Fit für die Bewerbung“

Jugendliche erhalten während des bundesweiten Aktionstages des Goinger Kreises e.V. durch engagierte Unternehmen Unterstützung beim Übergang von der Schulen den Beruf. Sie erfahren Einzelheiten zu allen wichtigen Bestandteilen des Bewerbungsprozesses und den spezifischen Anforderungen der Firmen von heute.

30.09.2014, München. Auch in diesem Jahr konnte der Goinger Kreis e.V. erneut zahlreiche Unternehmen als Unterstützer der Aktion gewinnen. Sie laden Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Realschulen zu der eintägigen Veranstaltung ein, um detailliert Abläufe und Anforderungen des Bewerbungsprozesses zu erläutern – von der beruflichen Orientierung über die gezielte Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz bis hin zu einer professionellen Bewerbung.

Bereits in den Schulen werden die Jugendlichen durch die Lehrerinnen und Lehrer auf den Aktionstag vorbereitet. Die Unternehmensvertreter vertiefen diese Kenntnisse durch fachmännische Hinweise und verdeutlichen Arbeitgeber spezifische Aspekte und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung. Zudem erhalten die Schülerinnen und Schüler im ‚als ob‘ Bewerbungsgespräch mit einem Personaler individuelles Feedback und Antworten auf eigene Fragestellungen.

„Nur durch ein frühzeitiges Zusammenspiel zwischen Schule und Wirtschaft werden die Jugendlichen bestmöglich auf den Bewerbungsprozess vorbereitet“, ist sich Karl-Heinz Stroh, Sprecher des Goinger Kreises e.V., sicher. „Während die Lehrerinnen und Lehrer die theoretischen Grundlagen vermitteln, geben Unternehmensvertreter praktische Hinweise zu den Anforderungen der Firmen. So verfügen die Schülerinnen und Schüler anschließend über eine umfangreiche Informationsbasis, die ihnen mehr Sicherheit für die eigene Bewerbung gibt“.

„Fit für die Bewerbung“ wurde 2005 durch den Goinger Kreis initiiert und zunächst als Pilotprojekt von den Unternehmen Deutsche Bank, Deutsche Bahn, TUI und Infineon durchgeführt. Die Erstellung des Konzepts wurde wissenschaftlich durch die Leuphana Universität in Lüneburg begleitet. Durch die Kooperation mit der Initiative für Beschäftigung! wurde „Fit für die Bewerbung“ 2006 auf Bundesebene ausgeweitet. Mittlerweile beteiligen sich jährlich zahlreiche namhafte Unternehmen regelmäßig an dem Aktionstag. (www.fit-fuer-die-bewerbung.de)

Der Goinger Kreis wurde im Jahr 2004 mit dem Ziel gegründet, Verantwortung für gesellschafts- und personalpolitische Fragen zu übernehmen. Im Goinger Kreis engagiert sich eine Vielzahl von Personalmanagern aus renommierten Unternehmen in Deutschland, um gemeinsam unter anderem aktiv gegen Jugendarbeitslosigkeit vorzugehen. (http://www.goinger-kreis.de)

In der Initiative für Beschäftigung! engagieren sich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, um Beschäftigungsprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Dabei stand und steht die erfolgreiche Integration – vor allem der jungen Menschen – in Ausbildung und Arbeit ebenso im Zentrum wie die Förderung individueller Beschäftigungsfähigkeit. (http://www.initiative-fuer-beschaeftigung.de)

Pressemitteilung als PDF: Pressemitteilung Fit für die Bewerbung 2014

Ansprechpartnerin: Carola Eberhardt, 0 41 04 / 69 08 75, c.eberhardt@goinger-kreis.de

„Fit für die Bewerbung“ – Warum sorgfältiger Umgang mit Social Media die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen kann

Während des bundesweiten Aktionstages „Fit für die Bewerbung“ des Goinger Kreises e.V. erläutern und diskutieren Unternehmensvertreter mit Schülerinnen und Schülern alle wichtigen Inhalte und Bestandteile des Bewerbungsprozesses. Dabei werden die Jugendlichen auch erfahren, ob und welchen Einfluss ihre Social Networking Aktivitäten auf die Bewerbung haben.

24.09.2013, München. Engagierte Unternehmen werden im Rahmen des deutschlandweiten Aktionstages auch im Jahr 2013 wieder mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Realschulen zu einer eintägigen Veranstaltung einladen. Dort können sich die Jugendlichen mit den Abläufen und aktuellen Herausforderungen des Bewerbungsprozesses vertraut machen und damit besser auf ihren Berufseinstieg vorbereiten.

Im Rahmen des 9. Aktionstags „Fit für die Bewerbung“ geben erfahrene Personaler den Schulabgängern fachmännische Hilfestellung und individuelles Feedback beim Einstieg in die Arbeitswelt - von der beruflichen Orientierung über die gezielte Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz bis hin zu einer professionellen Bewerbung. Die Jugendlichen erhalten so mehr Sicherheit im Übergangsprozess von der Schule in den Beruf.

„Bewerber müssen nicht nur die für die Ausbildung erforderliche Qualifikation und persönliche Eignung unter Beweis stellen“, erläutert Karl-Heinz Stroh, Sprecher des Goinger Kreises, „sondern sich auch zunehmend der möglichen Wirkung ihrer Social Media-Aktivitäten bewusst sein. Denn zahlreiche Unternehmen nutzen neben den joborientierten Plattformen wie Xing oder Linkedin auch z.B. Facebook im Rahmen ihrer Kandidatensuche. Die daraus resultierenden Fragen werden die Unternehmensvertreter im Rahmen des diesjährigen Aktionstags gerne mit den Jugendlichen diskutieren.“

„Fit für die Bewerbung“ wurde 2005 durch den Goinger Kreis initiiert und zunächst als Pilotprojekt von den Unternehmen Deutsche Bank, Deutsche Bahn, TUI und Infineon durchgeführt. Die Erstellung des Konzepts wurde wissenschaftlich durch die Leuphana Universität in Lüneburg begleitet. Durch die Kooperation mit der Initiative für Beschäftigung! wurde „Fit für die Bewerbung“ 2006 auf Bundesebene ausgeweitet. Mittlerweile beteiligen sich jährlich mehr als 20 namhafte Unternehmen regelmäßig an dem Aktionstag. (http://www.fit-fuer-die-bewerbung.de)

Der Goinger Kreis wurde im Jahr 2004 mit dem Ziel gegründet, Verantwortung für gesellschafts- und personalpolitische Fragen zu übernehmen. Im Goinger Kreis engagieren sich eine Vielzahl von Personalmanagern aus renommierten Unternehmen in Deutschland, um gemeinsam unter anderem aktiv gegen Jugendarbeitslosigkeit vorzugehen. (http://www.goinger-kreis.de)

In der Initiative für Beschäftigung! engagieren sich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, um Beschäftigungsprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Dabei stand und steht die erfolgreiche Integration – vor allem der jungen Menschen – in Ausbildung und Arbeit ebenso im Zentrum wie die Förderung individueller Beschäftigungsfähigkeit. (http://www.initiative-fuer-beschaeftigung.de)

Ansprechpartnerin: Carola Eberhardt, 0 41 04 / 69 08 75, c.eberhardt@goinger-kreis.de

Beratungstag „Fit für die Bewerbung“ – Orientierung für Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf

Unternehmensvertreter unterstützen Schülerinnen und Schüler während des bundesweiten Aktionstages „Fit für die Bewerbung“ des Goinger Kreises e.V. gezielt im Bewerbungsprozess und befähigen sie so, einen ersten Berufseinstieg zu finden. Doch nicht nur die Jugendlichen profitieren von dem Beratungstag - immer mehr mittelständische Unternehmen begegnen damit auch dem sich abzeichnenden Bewerbermangel.

Einzelheiten können Sie der Pressemitteilung entnehmen.

Fit für die Bewerbung

Bundesarbeitsministerin von der Leyen übernimmt die Schirmherrschaft für den Beratungstag "Fit für die Bewerbung" und unterstreicht damit die Bedeutung der frühzeitigen Unterstützung von Jugendlichen im Rahmen des Bewerbungsprozesses.

Am 28.09.2010 findet der Aktionstag des Goinger Kreises e.V. deutschlandweit zum sechsten Mal statt.

Einzelheiten können Sie der Pressemitteilung entnehmen.

Tipps für Hauptschüler

Seit sieben Jahren betreuen Paten Hauptschüler und unterstützen sie beim Einstieg in das Berufsleben. Gemeinsam mit der IHK lud das Patenschaftsmodell nun zum Hauptschultag.

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Bewerbungen mit Tipps vom Profi

„Es war ein sehr erfolgreicher Tag“, fand Satveef Kaur, „ich weiß jetzt, welche Unterlagen bei einer Bewerbung dabei sein müssen und dass ich im Gespräch nicht so verkrampft sein soll.“ Die 14 Jahre alte Mathildenschülerin hat gerade an der Aktion „Fit für die Bewerbung“ teilgenommen, bei der Hauptschüler in der Industrie- und Handelskammer (IHK) professionelle, ehrenamtliche Hilfe von 16 Personalberatern für den Einstieg ins Berufsleben bekamen.

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